Artikel mit dem Tag "change"



04. Juli 2018
Sechs Uhr aufstehen, wie immer Brotboxen machen, dabei von hinten eine Stimme, „Ich mag aber keine Karotten!“, also, Karotten raus und durch Würstchen ersetzen. Zwei Kinder auf den Weg in die Schule schicken und ein Kind in den Kindergarten bringen, dann ein schneller Blick auf die Uhr: drei Stunden intensiv arbeiten, dann ist noch genug Zeit für einen schnellen Sprung ins Schwimmbad, schließlich ist nur einmal im Leben Sommer in Hamburg.
09. Oktober 2017
Irgendwie hat sie keinen Platz hier bei uns, in unserem Kulturkreis, im unserem Alltag: Die Langsamkeit. Sie wurde einfach rausgeschmissen und verdrängt, obwohl sie uns allen mit Sicherheit guttun würde. Natürlich kann man zwischen verschiedenen Terminen durchschnaufen oder sich vielleicht sogar den Luxus erlauben, zehn Minuten aus dem Fenster zu gucken und nichts zu tun, aber dann geht es im gewohnten Tempo weiter, langsamer wird es dadurch nicht - im Gegenteil, man macht die Dinge eher...
22. September 2017
Manchmal träume ich davon, von diesem besonderen Schulgeruch. Und damit meine ich nicht den, der in der Sporthalle oder in den Chemieräumen lauerte (der war auch speziell). Nein, ich meine den normalen. Letzte Woche hatte ich ihn ganz stark in der Nase. Ich saß mit dem Rücken an einer Gelbklinkerwand und guckte auf die grüne Tafel. Auf einmal dachte ich:
14. September 2017
Früher hatten wir Freunde aus der Schule, vom gemeinsamen Sport oder aus der Nachbarschaft. Wir haben uns auf der Straße getroffen, sind zusammen Rad gefahren, haben Federball gespielt oder haben Klingelstreiche gemacht. Ich bin mir sicher, dass es natürlich auch heute noch viele Kinder gibt, die genau das mit ihren Freunden und Freundinnen tun. Immer öfter jedoch bestehen Freundschaften auch aus Whatsappen, Skypen oder altmodisch Briefe und Postkarten schreiben. Und warum?
06. September 2017
Spätsommer in Hamburg - das hieß heute Morgen 12 Grad und strömender Regen. Tatsächlich gibt es ja Länder auf der Welt, da kann man das ganze Jahr über Segeln, Tennis spielen, Schwimmen, Picknicken und ein abendliches Bier auf der lauen Terrasse trinken. Singapur ist eins dieser Länder. Hier denkt man nicht, dass man Dinge noch schnell einmal machen will. Nein, man kann es immer tun, 365 Tage im Jahr! Natürlich kann das schrecklich langweilig sein,
18. August 2017
Als wir früher in den Urlaub fuhren, fragten wir kurz nach der Autobahnauffahrt, „Wie lange noch? Wann sind wir da? Wann gibt‘s Brote (hartgekochte Eier, Fleischklößchen, Butterkekse …)?“ Ich gebe zu, die Frage nach etwas zu essen kommt noch immer bereits nach ein paar Minuten Fahrzeit, man kann sie aber wunderbar mit irgendeiner beliebigen Stundenzahl beantworten, denn viel wichtiger ist die Antwort:
11. August 2017
Es gibt diese Orte auf der Welt, wo die Zeit scheinbar stillsteht – wahres Glück, erlebt in den Bergen. Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Food Waste … Begriffe aus einer anderen Welt. Garantiert hat der Senn auf der Alm oben noch nicht darüber gelesen und doch lebt er hundertprozentig danach.
13. Juni 2017
Früher wurden wir am Samstagmorgen (wohlgemerkt Samstag, denn Sonntags hatten die Bäcker nicht offen) zum Brötchenholen geschickt. Das war eigentlich eine ziemlich einfache Sache: Drei Mohnbrötchen, zwei Sesam und zwei Normale - oder so ähnlich. Das Ganze wahrscheinlich für 2,50 Mark. Heute ist es anders, ich schicke die Kinder mit zehn Euro in der Tasche los und sage, „Bitte einen Kornkracher, zwei Goldjungs, ein Vitalbrötchen, zwei Vollkorn Boules, ein Roggenkrüsti, ein Herzikus …
21. April 2017
Als ich heute Morgen einen zufälligen Blick in ein Schaufenster warf und dabei mein Spiegelbild sah, dachte ich, „Oh-mein-Gott“. Irgendwie hatte ich wohl verdrängt, wie ich mit meinem Fahrradhelm aussehen, aber ich trage ihn seit neuestem brav, der Kinder wegen … Über den Mühlenkamp radelnd dachte ich darüber nach, was eigentlich mit uns passiert ist: Jetzt fahre ich doch tatsächlich mit dieser dämlichen Eierschale auf dem Kopf durch die Gegend, während ich mir früher einen Sport...
09. Dezember 2016
Beim Adventssingen auf einem Eimsbüttler Weihnachtsmarkt fiel mir etwas auf: Die Mützenmode der Erwachsenen, der junggebliebenen Eltern, wird immer bunter – und man trägt Bommel, diese wunderbaren Dinger, die man früher nicht etwa mit der Strickliesel, sondern mit zwei Pappringen, um die man ganz viel bunte Wolle gewickelt hat, selbstgemacht hat. Aus dem Augenwinkel heraus sah ich überall um mich herum wippende Bommel auf farbenfrohen Mützen. „Die haben aber Spaß hier, die Kinder“,...